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Brief Erhard Weigels an Johannes Hevelius, 26. August 1673

Dieser Brief wurde von Klaus-Dieter Herbst in seinem Beitrag zum Tagungsband zum 5. Weigel-Kolloquium 2008 publiziert. Dieser Edition inklusive der Anmerkungen sei an dieser Stelle gefolgt.

Klaus-Dieter Herbst: Erhard Weigel und seine Empfehlungsschreiben für Gottfried Kirch und Tobias Schnitter an Johannes Hevelius. In: Klaus-Dieter Herbst und Helmut G. Walther (Hrsg.): Idea matheseos universae. Ordnungssysteme und Welterklärung an den deutschen Universitäten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Stuttgart 2012, S. 33–34.

WohlEdler, Vest vnd Hochgelahrter, Insonders
Hochgeehrter Herr vnd geneigter Gönner

Es hat Zeiger1 dieses, nebenst seiner privat Verrichtung, auch ein sonderlich Verlangen, Meinem h[ochgeehrten]h[err]n bey dieser seiner Reyse schuldigst aufzuwarten, alß dessen weldtbekanter Ruhme Ihme in vnsern Auditorijs alhier der billigkeit nach Höchstrühmlich zum öfftern vorgetragen worden. Er hat aber ohne einige Zeilen von meiner Wenigkeit nicht erscheinen wollen. Welches m[ein]h[ochgeehrter]h[err] im besten vermercken wird. Ich wünsche näher zu seyn, vnd was zum Aufnehmen der würklichen Gelahrsamkeit ich vnmaßgeblich concipirt, Dessen wissen Consilijs zu exponiren. Allein die Entlegenheit verhindert viel. Ich contentire mich vnterdessen mit dessen herrlischen Scriptis, vnd wolte wünschen, daß ich nur etwas weniges contribuiren könte. Muß mich aber mehrentheils nur mit den Mechanices exercitamentis behelffen, aus welchen die durch die Scholasticos so weit zurükgesetzte Philosophia realis am besten erbauet werden kan. Vbersende inzwischen etwas weniges, weil das grose noch nicht fertig, vnd verbleibe nechst empfehlung desselben in Gottes gn[aden] Schutz

Meines Hochgeehrten Gönners
schuldiger diener
ErhWeigelius

Jena den 26. Aug. 1673.


Für die Fußnote siehe
Klaus-Dieter Herbst: Erhard Weigel und seine Empfehlungsschreiben für Gottfried Kirch und Tobias Schnitter an Johannes Hevelius. Seite 33.

1   Der Zeiger (Überbringer) dieses Briefes ist Gottfried Kirch. Das folgt zweifelsfrei aus dem Antwortbrief von Hevelius aus dem Jahr 1677. Dass der Begriff Zeiger im 17. Jahrhundert im Sinne des Überbringers (eines Briefes) verwendet wurde, belegen auch andere Briefstellen; vgl. Herbst, Kirch-Korrespondenz, Bd. 1, S. 80, 250.


Literatur

  • Klaus-Dieter Herbst (Hrsg.): Die Korrespondenz des Astronomen und Kalendermachers Gottfried Kirch. 3 Bände, Jena 2006.